Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Krebserkrankungen und Chemotherapie.

Was geschieht, wenn die Chemotherapie abgeschlossen ist?

Das hängt von der Erkrankung ab. Bei manchen Krebsarten schließt sich eine Bestrahlung oder eine Hormontherapie an. In jedem Fall erfolgt eine Abschlussbesprechung / Abschlussuntersuchung, bei der das weitere Vorgehen individuell auf Ihre Situation abgestimmt wird.

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An wen wende ich mich bei Beschwerden nach der Chemotherapie?

Patienten, die in unserer Praxis eine Chemotherapie bekommen, erhalten eine Handynummer, über die wir 24 Stunden am Tag erreichbar sind. Bei Problemen außerhalb der regulären Sprechzeiten können Sie uns über dieses Handy anrufen.

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Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei Bluttransfusionen?

Bluttransfusionen in Deutschland sind sehr sicher. Die Blutspender werden regelmäßig auf Hepatitis (Leberentzündung) und HIV (AIDS) getestet. Das Risiko einer HIV-Infektion zum Beispiel liegt bei 1 zu 16 Millionen.

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Darf ich während der Chemotherapie in die Sonne gehen?

Sie sollten die Sonne meiden, da es während der Chemotherapie wesentlich leichter zu Sonnenbrand kommen kann. Weiterhin können mache Medikamente unter dem Einfluss von UV-Strahlung eine Sonnenallergie auslösen.

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Darf ich mich während der Chemotherapie Impfen lassen?

Eine Impfung ist nicht empfehlenswert, da das Immunsystem durch die Chemotherapie geschwächt wird. Das kann dazu führen, dass sich ein Impfschutz nicht aufbaut, die Impfung also unwirksam ist. Notwendige Auffrischungsimpfungen sollten drei bis sechs Monate nach der Chemotherapie gegeben werden.

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Was soll ich bei geplanten operativen Eingriffen beachten?

Planbare und nicht unbedingt notwendige Operationen sollten während der Chemotherapie nicht durchgeführt werden, da mit einem wesentlich höheren Infektionsrisiko zu rechnen ist. Notfalloperationen, die keinen Aufschub dulden (z.B. Gallenblasenentzündung oder Blinddarmentzündung), müssen selbstverständlich durchgeführt werden. Informieren Sie aber unbedingt uns und den Operateur!

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Kann ich Zahnbehandlungen durchführen lassen?

Vermeidbare Eingriffe sollten vermieden werden, da gerade bei Zahnbehandlungen das Risiko einer Keimverschleppung in das Blut besteht. Bei nicht aufschiebbaren Eingriffen sollte prophylaktisch ein Antibiotikum verabreicht werden. Patienten die sogenannte Bisphosphonate zur Knochenstärkung erhalten, müssen uns vor Eingriffen an der Zähnen / Kiefer informieren, da sehr schlecht heilende Kieferwunden entstehen können.

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Welche Körpertemperatur / Fieber ist bedrohlich?

Jede Temperatur über 38,5 °C oder mehrmals am Tag über 38,2 °C, gemessen im Mund. Patienten, die regelmäßig (mehrmals täglich) bestimmte Schmerzmittel (z.B. Metamizol, Paracetamol) erhalten, entwickeln nicht so leicht Fieber. Bei diesen Patienten sollte jede Temperatur über 38,0 °C ernst genommen werden.

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Was muss ich bei Fieber während der Chemotherapie beachten?

Bitte rufen Sie uns umgehend an, damit wir die weiteren Schritte besprechen können. Nehmen Sie bitte ohne Rücksprache keine fiebersenkenden Mittel ein.

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Welche Tätigkeiten soll ich während der Chemotherapie vermeiden?

Sie sollten „Infektträchtige Aktivitäten“, wie z.B. Konzertbesuche, Fahren in vollbesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln oder Besuche öffentlicher Bäder nach Möglichkeit vermeiden. Bereiten Sie das Essen frisch zu. Vermeiden Sie Gartenarbeiten, bei denen viele Pilzsporen freigesetzt werden (z.B. Komposthaufen wenden).

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Was kann ich während der Chemotherapie tun?

Alles, was Sie sich zutrauen. Auch Sport in Maßen ist kein Problem.

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Beeinflusst eine Veränderung der Chemotherapiedosis oder eine Verzögerung der Gabe mein Behandlungsergebnis?

Grundsätzlich sollte bei der Chemotherapie auf eine Behandlung im vorgeschriebenen Rhythmus mit der vorgeschriebenen Dosierung geachtet werden. Im Einzelfall muss aus Sicherheitsgründen davon abgewichen werden. Gerade bei Patienten, die schon andere Chemotherapien erhalten haben, reagiert das Knochenmark empfindlicher. Die Dosisreduktion erfolgt nach strengen Kriterien gerade soweit, dass durch die Therapie kein Risiko für den Patienten entsteht.

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Was muss ich bei der Ernährung während der Chemotherapie beachten?

Bereiten Sie das Essen frisch zu. Essen Sie keine abgelaufenen Produkte. Trinken oder essen Sie keine nicht-pasteurisierten Milchprodukte.

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Was soll ich tun, wenn ich während der Chemotherapie Durchfall bekomme?

Bis zu drei Stuhlgänge pro Tag sind noch normal. Geht es darüber hinaus spricht man von Durchfall. Die Ursachen können die Chemotherapie (Nebenwirkungen) oder eine Darminfektion (Viren oder Bakterien) sein. Das Risiko besteht in dem Flüssigkeitsverlust der entstehen kann, wenn nicht ausreichen getrunken werden kann. Bei Therapien, bei denen gehäuft mit Durchfall zu rechnen ist, erhalten Sie von uns ein spezielles Merkblatt. Bitte rufen Sie uns bei schweren Durchfällen an.

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Ist das Trinken von Alkohol während der Chemotherapie erlaubt?

Alkohol sollte nur eingeschränkt getrunken werden. In den ersten Tagen nach der Chemotherapie verzichten Sie bitte ganz auf Alkohol, da viele Medikamente über die Leber abgebaut werden.

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Darf ich während der Infusion in der Tagesklinik Essen oder Trinken?

Ja. Getränke bekommen Sie von uns, Essen bringen Sie sich bitte selber mit.

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Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Mundschleimhautentzündung bekomme und was kann ich vorbeugend tun?

Vermeiden Sie scharfe Speisen und fruchtsäurehaltiges Obst. Achten Sie auf konsequente Mundhygiene, um einen Übertritt von Keimen der Mundschleimhaut in das Blut zu vermeiden. Ein gesondertes Merkblatt zum Verhalten bei Mundschleimhautentzündung erhalten Sie auf Nachfrage von unseren Mitarbeitern.

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Was kann ich gegen Müdigkeit / Abgeschlagenheit tun?

In manchen Fällen ist eine Blutarmut die Ursache der Abgeschlagenheit. Das kann z.B. mit einer Bluttransfusion oder in leichteren Fällen mit EPO-Spritzen behandelt werden. Versuchen Sie unbedingt den Tag-Nacht-Rhythmus einzuhalten. Wer nachts nicht schläft ist tagsüber müde. In vielen Fällen ist die Abgeschlagenheit aber auch ein Symptom der Krebserkrankung und nur ungenügend behandelbar.

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Ich habe Schmerzen. Was kann man dagegen tun?

Schmerzen müssen nicht sein. Nehmen Sie die Ihnen verordneten Schmerzmittel regelmäßig und nicht nur bei Bedarf ein. Wenn dies nicht ausreicht, müssen andere Mittel zusätzlich verschrieben werden. Die exzessive Steigerung nur eines Schmerzmittels steigert vor allem die Nebenwirkungen. Hilfreich ist das Führen eines Schmerztagebuchs. Das ermöglicht Ihrem behandelnden Arzt die Dosierung so individuell wie möglich anzupassen. Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie Schmerzen haben.

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Was ist eine antihormonelle Therapie?

Manche Krebszellen tragen auf Ihrer Oberfläche Rezeptoren für körpereigene Hormone. Die Bindung des Hormons führt zu einem beschleunigten Wachstum der Krebszelle. Mit einer antihormonellen Therapie wird entweder die Bildung des Hormons oder die Bindung an den Rezeptor gestört und damit das Wachstum der Krebszellen behindert.

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Meine Fingerspitzen werden seit Beginn der Chemotherapie zunehmend gefühllos. Was soll ich tun?

Informieren Sie uns unbedingt darüber. In den allermeisten Fällen handelt es sich hierbei um eine Nebenwirkung der Chemotherapie. Eventuell müssen Medikamente reduziert werden oder auf andere Präparate umgesetzt werden. Nach Abschluss der Chemotherapie können Sie mit einer langsamen Rückbildung der Gefühllosigkeit, die allerdings in Einzelfällen Monate dauern kann, rechnen.

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Mir ist übel, obwohl ich Medikamente dagegen bekomme. Was kann ich tun?

Informieren Sie uns unbedingt darüber. Übelkeit und Erbrechen müssen nicht sein. In fast allen Fällen können die Medikamente individuell so angepasst werden, dass Sie keine Übelkeit mehr haben.

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Wie wirkt die Chemotherapie und was sind die Nebenwirkungen?

Die Chemotherapie wird mit speziellen Medikamenten, den Zytostatika, durchgeführt. Dies sind Zellgifte, die die Teilung von Zellen hemmen. Dabei werden insbesondere die Zellsysteme betroffen, die sich schnell teilen. Dazu gehören zum einen die Tumorzellen, zum anderen aber auch Schleimhäute, Haare und Blutbestandteile, wodurch die Nebenwirkungen dieser Medikamente entstehen. Zytostatika greifen an unterschiedlichen Stellen in den Zellzyklus ein; entsprechend werden sie in verschiedene Substanzklassen eingeteilt. Die Nebenwirkungen können sämtliche Organe in unterschiedlichen Ausmaß betreffen. Hauptsächlich treten eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen und des Blutfarbstoffs auf. Des Weiteren kommt es zu Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Je nachdem, welche Zytostatika miteinander kombiniert werden, sind die Nebenwirkungen unterschiedlich stark ausgeprägt.

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Was erwartet mich während der Chemotherapie?

Zur Behandlung selbst wird Ihnen ein Zugang (Braunüle) in eine Vene, in der Regel am Unterarm, gelegt. Durch diesen Zugang erhalten Sie Infusionen, meist isotonische Kochsalz- und Zuckerlösungen. Etwa eine halbe Stunde vor der Chemotherapie bekommen Sie Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen. Anschließend folgen die Zytostatikainfusionen. Danach können weitere Infusionen mit Elektrolytlösungen notwendig sein. Um Nebenwirkungen, z.B. einer zytotatikabedingten Blasenentzündung, entgegenzuwirken, werden Trinkampullen verabreicht. Je nach Therapieschema wird diese Behandlung in ein- bis vierwöchentlichen Abständen wiederholt. Sollen gewebsschädigende Zytostatika wie beispielsweise Anthrazykline verabreicht werden, kann dazu ein sog. Port unter die Haut eingesetzt werden. Dies ist eine Kunststoffkammer, die direkten Zugang zu einer großen Körpervene hat. Damit wird gewährleistet, dass die Infusion nicht fälschlicherweise in das Gewebe läuft und dieses schädigt.

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Wie können die negativen Auswirkungen der Chemotherapie gelindert werden?

Zytostatika haben unterschiedliche Nebenwirkungen, deren Ausprägungen teilweise von der Geschwindigkeit der Infusion abhängen, d.h. eine langsam verabreichte Infusion hat weniger starke Nebenwirkungen zur Folge. Bei Haarausfall stehen sehr gute, individuell angepasste Perücken zur Verfügung. Übelkeit und Erbrechen werden heute durch vorbeugende Medikamente weitgehend beherrscht. Nebenwirkungen im Bereich des Blutbildungssystems können durch Injektion von sog. Wachstumsfaktoren gezielt behandelt werden.

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Schädigt eine Chemotherapie das Immunsystem?

Die Blutbildung wird durch die Chemotherapie zeitweise beeinträchtigt. Davon sind auch Zellen betroffen, die in der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen, wie beispielsweise die weißen Blutkörperchen. Bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen treten Entzündungen und Infektionen leichter auf. Eine dauerhafte Schädigung des Immunsystems besteht jedoch nicht.

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Inwieweit trifft die Chemotherapie die Krebszellen im Körper?

Die Krebszellen gehören zu den sich am schnellsten teilenden Zellen im Körper und werden von einer Chemotherapie bevorzugt getroffen.

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Was ist ein Hormonrezeptor?

Ein Hormonrezeptor ist eine Vorrichtung an der Zelle, an die sich körpereigene sowie körperfremde Hormone anheften. Dadurch werden Stoffwechselvorgänge im Inneren der Zelle ausgelöst, die das Zellwachstum anregen oder hemmen.

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Was kann ich selbst bezüglich meiner Ernährung und Lebensführung tun, um den Heilungsprozess zu unterstützen?

Verringern Sie den Anteil von Fett und rotem Fleisch in Ihrer Ernährung, und nehmen Sie stattdessen mehr frisches Obst und Gemüse zu sich. Auch ausreichende Bewegung an der frischen Luft sowie mäßiger Ausdauersport (kein Extremsport) wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus.

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Warum ist die Nachsorge so wichtig?

Die Nachsorge umfasst mehrere Kontrolluntersuchungen in engen Abständen und sichert so die Erfolge der Erstbehandlung. Neu auftretende Metastasen oder Rezidive können somit in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden. Außerdem werden die Patienten umfassend in ihrer psychosozialen Situation betreut, d.h. es gibt Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme, die durch die Diagnose Krebs bei den Patienten entstehen.

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Wann beginnt die Nachsorge?

Die Nachsorge beginnt nach Abschluss der Primärtherapie, d.h. nach Beendigung von Chemotherapie und Bestrahlung nach einer Operation.

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Wie oft erfolgen im Fall einer Heilung die Kontrollen?

Nach Abschluss der Behandlung, d.h. nach Chemotherapie und Bestrahlung, erfolgen die Kontrollen drei Jahre lang in vierteljährlichen Abständen. Im vierten und fünften Jahr der Nachsorge wird halbjährlich kontrolliert. Anschließend werden lebenslang wieder jährliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

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Welche sportlichen Aktivitäten sind möglich und förderlich?

Mäßige Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joga oder Fahrrad fahren sind zu empfehlen.

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Was darf ich noch in Freizeit, Haushalt und Beruf tun?

Sofern Sie nicht unmittelbar körperliche Einschränkungen haben (z.B. durch einen geschwollenen Arm), stehen Aktivitäten in Freizeit, Haushalt und Beruf nichts im Wege.

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Sind neben der Schulmedizin zusätzliche Behandlungen aus der Naturheilkunde sinnvoll?

Die Naturheilkunde bietet unterschiedliche Möglichkeiten für zusätzliche Maßnahmen zur schulmedizinischen Krebsbehandlung. Dazu gehören z.B. Kräuterbehandlung, Misteltherapie, Methoden der traditionellen chinesischen Medizin, die sog. orthomolekulare Therapie, Ernährungsberatung, und vieles mehr. Grundsätzlich gilt: Was gut tut, ist erlaubt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass Sie Ihren behandelnden Arzt über jedes Mittel, das Sie zusätzlich zu Ihren verordneten Medikamenten einnehmen, informieren.

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