WEITERE INFORMATIONEN
FAQs – hier beantworten wir Ihre Fragen
Vor Beginn einer Chemotherapiebehandlung bzw. medikamentösen Tumortherapie versuchen wir, Sie möglichst umfassend aufzuklären und ihre Fragen zu beantworten. Dies erfolgt nicht nur in den Gesprächen mit Ihrem*Ihrer Arzt*Ärztin sondern auch in Einzelgesprächen mit unseren Mitarbeiter*innen in unserer onkologischen Therapie im Rahmen des Patient*innen-Coaching. Die vorliegenden FAQs sollen Ihnen eine zusätzliche Möglichkeit bieten, in Ruhe einzelne Themenkomplexe nachzulesen.
FAQ
Was versteht man unter einer Chemotherapiebehandlung:
Die Chemotherapie kann auf verschiedene Weise verabreicht werden – als Tablette, als Injektion unter die Haut (subkutan) oder als Infusion in eine Vene (intravenös). Die häufigste Form ist die intravenöse Behandlung.
Für die Infusion wird Ihnen in der Regel eine Braunüle in eine Vene des Unterarms gelegt. Über diesen Zugang erhalten Sie zunächst Infusionen, meist Kochsalz- oder Zuckerlösungen. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Chemotherapie bekommen Sie Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen vorbeugen. Anschließend erfolgen die Infusionen der Zytostatika. Je nach Therapiekonzept können im Anschluss weitere Infusionen, beispielsweise mit Elektrolytlösungen, notwendig sein.
Der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungszyklen richtet sich nach dem jeweiligen Therapieschema und liegt üblicherweise zwischen einer und vier Wochen.
Wenn gewebsschädigende Zytostatika wie Anthrazykline eingesetzt werden, kann ein sogenannter Port unter die Haut implantiert werden. Dabei handelt es sich um eine kleine Kunststoffkammer, die einen direkten Zugang zu einer größeren Körpervene ermöglicht. Dadurch wird sichergestellt, dass die Infusion zuverlässig in die Vene gelangt und nicht versehentlich in das umliegende Gewebe läuft.
Eine Chemotherapie erfolgt mit speziellen Medikamenten, den sogenannten Zytostatika. Diese Substanzen hemmen die Teilung von Zellen und wirken damit vor allem auf Gewebe, das sich besonders schnell erneuert. Dazu gehören einerseits Tumorzellen, andererseits aber auch gesunde Zellen wie die Schleimhäute, Haarwurzeln und bestimmte Blutbestandteile. Aus dieser Doppelwirkung ergeben sich sowohl der therapeutische Effekt als auch die möglichen Nebenwirkungen.
Zytostatika greifen an unterschiedlichen Stellen des Zellzyklus ein und werden daher in verschiedene Substanzklassen eingeteilt. Die Nebenwirkungen können grundsätzlich viele Organsysteme betreffen, treten jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt auf – abhängig von Art und Kombination der eingesetzten Wirkstoffe.
Häufige Nebenwirkungen sind eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen und des roten Blutfarbstoffs. Darüber hinaus können Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Die Intensität dieser Beschwerden variiert je nach Therapieschema und individueller Verträglichkeit.
Während einer Chemotherapie kann die Blutbildung vorübergehend beeinträchtigt sein. Davon betroffen sind auch Zellen, die für Ihre Immunabwehr wichtig sind – insbesondere die weißen Blutkörperchen. Wenn deren Anzahl sinkt, sind Sie anfälliger für Infektionen und Entzündungen.
Eine dauerhafte Schädigung Ihres Immunsystems ist jedoch nicht zu erwarten. Sobald sich die Blutbildung erholt hat, stabilisiert sich in der Regel auch Ihre Immunabwehr wieder.
Krebszellen gehören zu den sich am schnellsten teilenden Zellen im Körper. Zytostatika wirken gezielt auf solche schnell wachsenden Zellpopulationen und treffen daher Tumorzellen besonders ausgeprägt. Durch die Hemmung der Zellteilung wird das Wachstum des Tumors verlangsamt oder gestoppt, und bestehende Krebszellen können absterben.
Grundsätzlich sollte eine Chemotherapie im festgelegten Rhythmus und in der vorgesehenen Dosierung durchgeführt werden, da dies für die Wirksamkeit der Behandlung entscheidend ist. In bestimmten Situationen kann es jedoch aus Sicherheitsgründen notwendig sein, von diesem Schema abzuweichen – etwa wenn Ihr Blutbild vorübergehend eingeschränkt ist oder Sie bereits frühere Chemotherapien erhalten haben und Ihr Knochenmark empfindlicher reagiert.
Eine Dosisanpassung erfolgt stets nach klar definierten medizinischen Kriterien und nur in dem Umfang, der erforderlich ist, um Risiken für Sie zu vermeiden. Ziel ist es, die Behandlung wirksam fortzuführen und gleichzeitig Ihre Sicherheit zu gewährleisten.
FAQ
Was ich während einer Chemotherapiebehandlung beachten muss:
Während einer Chemotherapie sollten Sie direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden. Ihre Haut reagiert in dieser Zeit empfindlicher, sodass Sonnenbrand deutlich schneller auftreten kann. Zudem können einige Zytostatika unter UV‑Einfluss sogenannte phototoxische Reaktionen auslösen, die einer Sonnenallergie ähneln.
Wenn Sie sich im Freien aufhalten, empfiehlt sich ein Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Ergänzend sollten Sie schützende Kleidung tragen und die intensive Mittagssonne meiden.
Eine Chemotherapie kann Ihr Immunsystem vorübergehend schwächen. Dadurch kann es sein, dass sich nach einer Impfung kein ausreichender Immunschutz aufbaut und die Impfung somit nicht wirksam ist. Aus diesem Grund sollten routinemäßige Auffrischungsimpfungen in der Regel erst drei bis sechs Monate nach Abschluss der Chemotherapie durchgeführt werden.
Es gibt jedoch Situationen, in denen eine Impfung auch während einer länger andauernden Chemotherapie sinnvoll ist – beispielsweise bei Impfungen gegen saisonale Erreger. In solchen Fällen wäre ein Aufschub über mehrere Monate mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden, sodass eine Impfung trotz Therapie empfehlenswert sein kann.
Die Entscheidung sollte immer individuell anhand Ihrer Behandlungssituation getroffen werden. Ihr onkologisches Behandlungsteam berät Sie hierzu gern.
Zytostatika können unterschiedliche Nebenwirkungen verursachen. Viele dieser unerwünschten Wirkungen lassen sich jedoch heute wirksam vorbeugen oder behandeln.
Bei therapiebedingtem Haarausfall stehen hochwertige, individuell angepasste Perücken zur Verfügung. Übelkeit und Erbrechen können durch moderne, vorbeugend verabreichte Medikamente in der Regel gut kontrolliert werden.
Nebenwirkungen, die das Blutbildungssystem betreffen, lassen sich gezielt durch die Gabe sogenannter Wachstumsfaktoren behandeln. Diese unterstützen die Neubildung von Blutkörperchen und helfen dabei, das Risiko von Infektionen oder anderen Komplikationen zu reduzieren.
Vor jeder Chemotherapiegabe erkundigen sich unsere Mitarbeiter*innen in der onkologischen Therapie danach, wie Sie den vorherigen Therapiezyklus vertragen haben. Bitte informieren Sie uns dabei über mögliche Beschwerden oder Probleme – auch wenn diese nur leicht ausgeprägt waren.
Wenn Sie in unserer Praxis eine Chemotherapie erhalten, bekommen Sie zudem eine Handynummer, unter der wir rund um die Uhr erreichbar sind. Sollten außerhalb der regulären Sprechzeiten Beschwerden auftreten, können Sie uns jederzeit über diese Handynummer kontaktieren.
Während einer Chemotherapie sollten vermeidbare zahnärztliche Eingriffe möglichst unterlassen werden, da bei vielen Behandlungen ein erhöhtes Risiko besteht, dass Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Dies kann zu Infektionen führen, insbesondere wenn Ihre weißen Blutkörperchen durch die Therapie reduziert sind.
Nicht aufschiebbare Eingriffe können durchgeführt werden, sollten jedoch durch eine prophylaktische Gabe von Antibiotika abgesichert werden. Bitte stimmen Sie solche Maßnahmen immer im Voraus mit Ihrem onkologischen Behandlungsteam ab.
Wenn Sie sogenannte Bisphosphonate zur Stärkung der Knochen erhalten, ist besondere Vorsicht erforderlich. In diesen Fällen besteht bei Eingriffen an Zähnen oder Kiefer ein erhöhtes Risiko für schlecht heilende Kieferwunden (Osteonekrosen). Informieren Sie uns deshalb bitte unbedingt vor jeder geplanten Zahn‑ oder Kieferbehandlung.
Eine Körpertemperatur von über 38,5 °C oder mehrmals täglich über 38,2 °C (gemessen im Mund) gilt während einer Chemotherapie als bedrohlich und sollte umgehend medizinisch abgeklärt werden. In dieser Situation besteht das Risiko einer sogenannten febrilen Neutropenie, einer potenziell gefährlichen Infektion bei verminderten weißen Blutkörperchen.
Wenn Sie regelmäßig bestimmte Schmerzmittel wie Metamizol oder Paracetamol einnehmen, kann Fieber bei Ihnen abgeschwächt oder gar nicht auftreten. In diesen Fällen sollte bereits eine Temperatur über 38,0 °C ernst genommen werden.
Bitte wenden Sie sich bei entsprechenden Temperaturen sofort an Ihr onkologisches Behandlungsteam oder – außerhalb der Sprechzeiten – an die Ihnen mitgeteilte Notfallnummer.
Während einer Chemotherapie ist Ihr Immunsystem häufig geschwächt. Um das Risiko von Infektionen zu reduzieren, sollten Sie bestimmte Tätigkeiten und Situationen möglichst vermeiden.
Dazu gehören insbesondere infektträchtige Aktivitäten, wie zum Beispiel:
- der Besuch von Konzerten oder anderen Großveranstaltungen,
- das Fahren in vollbesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln,
- der Besuch öffentlicher Bäder.
Achten Sie darauf, Speisen frisch zuzubereiten und hygienisch zu lagern, um das Risiko Lebensmittel‑bedingter Infektionen zu senken.
Vermeiden sollten Sie außerdem Gartenarbeiten, bei denen viele Pilzsporen freigesetzt werden – etwa beim Umsetzen eines Komposthaufens. Solche Sporen können bei geschwächtem Immunsystem Infektionen auslösen.
Während der Chemotherapie ist eine ausreichende und ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Ein ungewollter Gewichtsverlust sollte vermieden werden, da ein stabiler Ernährungszustand sowohl Ihre Lebensqualität verbessert als auch die Verträglichkeit der Behandlung unterstützt.
Bitte beachten Sie folgende Empfehlungen:
- Essen Sie ausreichend und regelmäßig. Verteilen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag. Auch Zwischenmahlzeiten sind sinnvoll, um den Energiebedarf zu decken.
- Dokumentieren Sie Ihr Körpergewicht regelmäßig. Informieren Sie uns bitte, wenn Sie eine relevante Gewichtsveränderung feststellen.
- Achten Sie auf eine abwechslungsreiche, schmackhafte Ernährung. Bereiten Sie Speisen frisch zu und vermeiden Sie abgelaufene Lebensmittel.
- Verzichten Sie auf nicht‑pasteurisierte Milchprodukte, da diese ein höheres Risiko für Infektionen bergen.
- Achten Sie auf hygienische Lebensmittelzubereitung, um das Risiko von Lebensmittelinfektionen zu reduzieren.
Sollte Ihr Körpergewicht trotz dieser Maßnahmen weiter abnehmen, kann eine zusätzliche hochkalorische Ernährung sinnvoll sein. Es gibt verschiedene Anbieter solcher Produkte; unser Team in der onkologischen Therapie berät Sie hierzu gern.
In bestimmten Situationen kann auch eine vorübergehende, intravenös verabreichte Ernährungstherapie über Ihr Portsystem erforderlich sein, um Ihr Körpergewicht zu stabilisieren.
Körperliche Aktivität ist auch während einer Chemotherapie empfehlenswert. Regelmäßige Bewegung kann Ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden verbessern, Ihre Lebensqualität steigern und Ihren Körper dabei unterstützen, die Therapie besser zu bewältigen.
Welche Form der Bewegung Sie wählen, ist zweitrangig. Wichtig ist vor allem,
- dass Ihnen die Aktivität Freude bereitet,
- dass Sie sich regelmäßig bewegen und
- dass Sie nicht an Ihre Leistungsgrenze gehen.
Besonders geeignet sind mäßige Ausdauersportarten, zum Beispiel:
- Schwimmen,
- Yoga,
- Fahrradfahren,
- Walken,
- zügiges Spazierengehen.
Hören Sie dabei stets auf Ihren Körper und passen Sie Intensität und Dauer an Ihr aktuelles Befinden an. Bei Unsicherheiten beraten wir Sie gern.
FAQ
Was tun bei Nebenwirkungen:
Zytostatika können unterschiedliche Nebenwirkungen verursachen. Deren Ausprägung hängt unter anderem von der Infusionsgeschwindigkeit ab: Eine langsamer verabreichte Infusion führt häufig zu einer besseren Verträglichkeit.
Bei einem durch die Therapie ausgelösten Haarausfall stehen hochwertige, individuell angepasste Perücken zur Verfügung. Übelkeit und Erbrechen lassen sich heute durch moderne, vorbeugend verabreichte Medikamente meist effektiv kontrollieren.
Nebenwirkungen, die das Blutbildungssystem betreffen, können gezielt durch die Gabe sogenannter Wachstumsfaktoren behandelt werden. Diese unterstützen die Bildung von Blutkörperchen und tragen dazu bei, das Risiko therapiebedingter Komplikationen zu reduzieren.
Wenn Sie in unserer Praxis eine Chemotherapie erhalten, bekommen Sie eine Handynummer, uner der wir 24 Stunden am Tag erreichbar sind. Bei Beschwerden oder anderen medizinischen Problemen außerhalb der regulären Sprechzeiten können Sie uns über diese Handynummer kontaktieren.
Wenn Sie während der Chemotherapie Fieber entwickeln, ist das immer ein ernst zu nehmendes Warnsignal. Bitte rufen Sie uns umgehend an, damit wir die weiteren Schritte mit Ihnen besprechen können.
Nehmen Sie keine fiebersenkenden Medikamente ohne vorherige Rücksprache ein, da diese die Symptome unterdrücken und eine notwendige medizinische Abklärung verzögern können.
Bis zu drei Stuhlgänge pro Tag gelten noch als normal. Treten mehr als drei Stuhlgänge täglich auf, spricht man von Durchfall. Die Ursachen können therapiebedingt sein oder durch eine Darminfektion mit Viren oder Bakterien ausgelöst werden.
Das größte Risiko besteht im Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten, insbesondere wenn Sie nicht ausreichend trinken können. Bitte achten Sie daher auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Bei Therapieverfahren, bei denen häufiger mit Durchfällen zu rechnen ist, erhalten Sie von uns ein spezielles Merkblatt mit detaillierten Hinweisen zum Vorgehen.
Bitte rufen Sie uns unbedingt an, wenn Sie starken oder anhaltenden Durchfall entwickeln, damit wir die Situation medizinisch einschätzen und die notwendigen Maßnahmen einleiten können.
Eine Mundschleimhautentzündung (Mukositis) kann während einer Chemotherapie auftreten und ist oft schmerzhaft. Durch gezielte Maßnahmen können Sie Beschwerden lindern und Infektionen vorbeugen.
Bitte beachten Sie Folgendes:
- Vermeiden Sie scharfe Speisen und fruchtsäurehaltiges Obst, da diese die entzündete Schleimhaut zusätzlich reizen können.
- Achten Sie auf eine konsequente Mundhygiene. Eine sorgfältige, schonende Reinigung reduziert die Anzahl von Keimen im Mundraum und senkt das Risiko, dass Bakterien über die geschädigte Schleimhaut in den Blutkreislauf gelangen.
- Nutzen Sie bei Bedarf alkoholfreie, milde Mundspüllösungen, die von Ihrem Behandlungsteam empfohlen werden.
- Melden Sie sich bei uns, wenn die Beschwerden stärker werden oder Sie nicht ausreichend essen bzw. trinken können.
Ein ausführliches Merkblatt mit Empfehlungen zum Umgang mit Mundschleimhautentzündungen erhalten Sie auf Nachfrage jederzeit von unseren Mitarbeiter*innen.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind während einer Chemotherapie häufige Beschwerden. In manchen Fällen kann eine Blutarmut (Anämie) die Ursache sein. Diese lässt sich – je nach Ausprägung – durch eine Bluttransfusion oder durch EPO‑Injektionen behandeln.
Achten Sie darauf, Ihren Tag‑Nacht‑Rhythmus möglichst stabil zu halten. Ausreichender und regelmäßiger Nachtschlaf kann helfen, die Tagesmüdigkeit zu verringern.
Bitte beachten Sie jedoch, dass die Abgeschlagenheit häufig auch ein Symptom der Krebserkrankung selbst ist und dann nur begrenzt behandelbar ist. In solchen Situationen können Entlastung, Ruhephasen und eine individuell angepasste körperliche Aktivität hilfreich sein.
Wenn Ihre Müdigkeit deutlich zunimmt oder Ihren Alltag stark beeinträchtigt, sprechen Sie uns bitte an – wir beraten Sie gern.
Bitte informieren Sie uns umgehend, wenn Sie ein zunehmendes Taubheits‑ oder Kribbelgefühl in den Fingerspitzen bemerken. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um eine typische Nebenwirkung der Chemotherapie, insbesondere bestimmter Zytostatika, die die peripheren Nerven beeinträchtigen können (periphere Neuropathie).
Je nach Schweregrad der Beschwerden kann es notwendig sein,
- die Dosierung der Medikamente anzupassen,
- oder auf andere Präparate umzusteigen, die Ihr Nervensystem weniger belasten.
Nach Abschluss der Chemotherapie kann eine allmähliche Rückbildung der Gefühlsstörungen einsetzen. Dieser Prozess verläuft jedoch individuell sehr unterschiedlich und kann mehrere Monate dauern.
Bitte sprechen Sie uns frühzeitig an – je früher wir reagieren, desto besser lassen sich langfristige Schäden vermeiden.
Bitte informieren Sie uns unbedingt, wenn Ihnen trotz der verordneten Medikamente weiterhin übel ist. Übelkeit und Erbrechen müssen heute in der Regel nicht auftreten. In den meisten Fällen können wir die Medikation so individuell anpassen oder ergänzen, dass Ihre Beschwerden deutlich nachlassen oder vollständig verschwinden.
Zögern Sie daher nicht, uns anzusprechen – eine gute Kontrolle der Übelkeit ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Therapie und trägt maßgeblich zu Ihrem Wohlbefinden bei.
Schmerzen müssen während einer Krebstherapie nicht hingenommen werden. Bitte sprechen Sie uns unbedingt an, wenn Sie Schmerzen haben.
Nehmen Sie die Ihnen verordneten Schmerzmedikamente regelmäßig ein und nicht nur bei Bedarf. Eine konsequente Einnahme sorgt für eine gleichmäßige Schmerzlinderung. Reicht dies nicht aus, können wir zusätzliche oder andere Wirkstoffe einsetzen. Eine alleinige, starke Dosissteigerung eines einzelnen Schmerzmittels erhöht dagegen vor allem das Risiko von Nebenwirkungen.
Sehr hilfreich ist das Führen eines Schmerztagebuchs. Dadurch kann Ihr*e behandelnde*r Ärzt*in die Medikamentendosierung und -kombination besonders präzise an Ihre individuelle Situation anpassen.
Bitte informieren Sie uns zeitnah – eine gute Schmerztherapie ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Behandlung und trägt wesentlich zu Ihrer Lebensqualität bei.
FAQ
Was ich selbst tun kann:
Grundsätzlich können Sie während der Chemotherapie alles tun, was Sie sich körperlich zutrauen. Hören Sie dabei aufmerksam auf Ihren Körper und passen Sie Ihre Aktivitäten Ihrem aktuellen Befinden an.
Auch leichte bis mäßige körperliche Bewegung ist in der Regel unbedenklich und kann sogar förderlich sein. Sie unterstützt Ihr Wohlbefinden, hilft gegen Müdigkeit und trägt zur Stabilisierung Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit bei.
Achten Sie darauf, sich nicht zu überfordern, und planen Sie ausreichend Ruhepausen ein. Wenn Sie unsicher sind, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind, beraten wir Sie gern individuell.
Während einer Chemotherapie sollten Sie Alkohol nur sehr eingeschränkt konsumieren. Bitte verzichten Sie insbesondere in den ersten Tagen nach jeder Behandlung vollständig auf Alkohol, da viele der eingesetzten Medikamente über die Leber abgebaut werden. Alkohol würde die Leber zusätzlich belasten und könnte Nebenwirkungen verstärken.
Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt während des Therapiezyklus gelegentlich ein kleines Glas Alkohol trinken möchten, sprechen Sie dies am besten vorab mit Ihrem onkologischen Behandlungsteam ab.
Ja. Getränke bekommen SieJa, während der Infusion dürfen Sie sowohl essen als auch trinken. Getränke stellen wir Ihnen gern zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich Speisen nach Ihrem Geschmack selbst mit.
Sie können Ihren Heilungsprozess durch eine bewusste Ernährung und eine aktive Lebensführung positiv beeinflussen. Empfehlenswert sind folgende Maßnahmen:
- Reduzieren Sie den Anteil von Fett und rotem Fleisch in Ihrer Ernährung.
- Essen Sie mehr frisches Obst und Gemüse, idealerweise abwechslungsreich und saisonal. Diese liefern wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
- Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft. Schon tägliche Spaziergänge können Ihre körperliche und psychische Belastbarkeit verbessern.
- Mäßiger Ausdauersport – wie zügiges Gehen, Radfahren oder leichtes Joggen – wirkt sich ebenfalls positiv aus. Extremsportarten sollten Sie jedoch vermeiden.
Eine ausgewogene Ernährung und eine regelmäßige, maßvolle körperliche Aktivität tragen dazu bei, Ihr Wohlbefinden zu steigern und die Therapie besser zu vertragen.
Während der Chemotherapie sind mäßige Ausdauersportarten besonders empfehlenswert. Dazu gehören zum Beispiel:
- Schwimmen
- Yoga
- Fahrradfahren
- Walken
- Zügiges Spazierengehen
Wichtig ist, dass die Aktivität sanft und gleichmäßig ist, Ihnen Freude bereitet und Sie nicht an Ihre Leistungsgrenze gehen. Regelmäßige Bewegung unterstützt Ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden und kann den Therapieprozess positiv beeinflussen.
Solange Sie keine unmittelbaren körperlichen Einschränkungen haben – beispielsweise durch Schmerzen, ausgeprägte Müdigkeit oder einen geschwollenen Arm – stehen Ihnen Aktivitäten in Freizeit, Haushalt und Beruf grundsätzlich offen.
Wichtig ist, dass Sie
- auf die Signale Ihres Körpers achten,
- sich nicht überlasten und
- belastende Tätigkeiten gegebenenfalls anpassen oder pausieren.
Bei Unsicherheiten, ob bestimmte Aktivitäten für Sie geeignet sind, beraten wir Sie gern individuell.
Ergänzend zur schulmedizinischen Krebsbehandlung können naturheilkundliche Verfahren für manche Patient*innen unterstützend wirken. Dazu gehören beispielsweise:
- Kräuter‑ und Pflanzenpräparate
- Misteltherapie
- Methoden der traditionellen chinesischen Medizin (z. B. Akupunktur)
- orthomolekulare Therapie
- ernährungsmedizinische Beratung
- weitere komplementärmedizinische Maßnahmen
Grundsätzlich gilt: Was Ihnen gut tut und nicht schadet, ist erlaubt. Viele Patient*innen empfinden ergänzende Maßnahmen als wohltuend oder entlastend.
Es ist jedoch unbedingt erforderlich, dass Sie uns vor der Anwendung jedes zusätzlichen Präparats oder Verfahrens informieren. Einige naturheilkundliche Mittel können die Wirkung Ihrer Krebsmedikamente beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken. Nur wenn wir Kenntnis davon haben, können wir mögliche Wechselwirkungen sicher ausschließen.
FAQ
Die Behandlung ist abgeschlossen, und nun:
Was nach Abschluss der Chemotherapie geschieht, hängt von Ihrer individuellen Erkrankung und dem jeweiligen Therapiekonzept ab. Bei einigen Krebsarten schließt sich eine Strahlentherapie oder Hormontherapie an, um die Behandlung zu komplettieren oder das Rückfallrisiko weiter zu senken.
Unabhängig davon erfolgt am Ende der Chemotherapie stets eine Abschlussbesprechung bzw. eine Abschlussuntersuchung. Dabei besprechen wir gemeinsam mit Ihnen:
- den bisherigen Verlauf der Behandlung,
- mögliche verbleibende Nebenwirkungen,
- die nächsten diagnostischen Schritte,
- und das individuell auf Sie abgestimmte weitere Vorgehen.
Ziel ist es, Ihnen Klarheit über die nächsten Schritte zu geben und die Nachsorge optimal zu planen
Die Nachsorge beginnt in der Regel nach Abschluss der Primärtherapie. Das bedeutet: Sobald Chemotherapie und Bestrahlung nach einer Operation beendet sind, startet die strukturierte Nachsorgephase.
In diesem Rahmen werden regelmäßige Untersuchungen, Gespräche und Kontrollen geplant, die individuell an Ihre Erkrankung und Ihr persönliches Risiko angepasst sind. Ziel der Nachsorge ist es, mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen, therapiebedingte Nebenwirkungen zu begleiten und Ihre langfristige Gesundheit bestmöglich zu unterstützen.
Die Nachsorge ist ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Behandlung und dient dazu, den Erfolg der Primärtherapie langfristig zu sichern. Sie umfasst mehrere Kontrolluntersuchungen in regelmäßigen Abständen. Dadurch können neu auftretende Metastasen oder Rückfälle (Rezidive) frühzeitig erkannt und rasch behandelt werden – ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche weitere Therapie.
Darüber hinaus bietet die Nachsorge eine umfassende psychosoziale Begleitung. Sie haben feste Ansprechpartner*innen für alle Fragen und Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Diagnose Krebs und dem Leben nach der Behandlung entstehen können. Ziel ist es, Sie medizinisch wie auch emotional bestmöglich zu unterstützen.
Nach Abschluss Ihrer Primärbehandlung – also nach Chemotherapie und Bestrahlung – erfolgen die Nachsorgekontrollen in einem festgelegten Rhythmus:
- in den ersten drei Jahren: alle drei Monate,
- im vierten und fünften Jahr: alle sechs Monate,
- ab dem sechsten Jahr: einmal jährlich, in der Regel lebenslang.
Diese regelmäßigen Kontrollen dienen dazu, mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen und Ihre Gesundheit langfristig zu begleiten.
KONTAKT
Wir sind für Sie da
Sie haben offene Fragen, möchten mehr über uns erfahren oder benötigen ärztlichen Rat?
Wir freuen uns, Ihnen alle offenen Fragen zu beantworten, Unsicherheiten zu klären und Sie bestens auf Ihren Erstbesuch vorzubereiten. Sie können sich auf unser Team verlassen.
Die Hämatologie und Onkologie München-Pasing MVZ GmbH befindet sich in Trägerschaft der alanta med GmbH.